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Über uns

Gruppen gegen Kapital und Nation sind:

Krieg den Hütten – Paläste für alle

Unsere Organisation ist linksradikal. Dennoch hat sie mit vielen, die sich auch so nennen, wenig gemeinsam. Um den schlimmsten Mißverständnissen vorzubeugen, grenzen wir uns hier von ein paar Sachen ab. Das wird vielleicht klarer machen, was wir sind und wollen.

Mit der Feststellung, daß es “drei Unterdrückungen” (Kapitalismus, Sexismus, Rassismus) gebe, können wir wenig anfangen. Wir wollen nicht beschreiben, sondern erklären: Wie hängen z.B. politische Ökonomie, Geschlechterverhältnisse und Sortierung der Welt in Rassen und Völker zusammen? Daß Geschlechterverhältnisse, Rassen und Völker keine Naturtatsachen sind, setzen wir nicht als bekannt voraus – wollen wir aber klar machen.

Daß es ganz schön viel Herrschaft und Unterdrückung gibt, wissen wir. Daß Opfer nicht die besseren Menschen sind, und schon gar nicht immer Recht haben, auch. Daß wir “Kämpfe” nicht schon deswegen toll finden, weil sie stattfinden, tun wir hiermit kund und zu wissen. Daß wir auch manchen Bewegungen die Daumen drücken, obgleich wir ihre theoretischen Voraussetzungen kritisieren, stimmt – soll hier aber nicht weiter ausgeführt werden.

Die Berufung auf “Identität”, “Authentizität” und “Tradition” ist ein Denk- und Kritikverbot, das mensch bleiben lassen sollte. Frauensein, Schwulsein etc. und die dazugehörigen Bewegungen halten wir für kein Argument. Den Stolz, einer unterdrückten Gruppe anzugehören, können wir nicht verstehen – weil er die Unterdrückung verklärt, aber nicht erklärt. Übrigens geht es uns weder um “Gleichberechtigung” noch um das “Recht auf Differenz”. Uns passen die Sortierungen nicht – und das Ziel sind Verhältnisse, in denen einzelne ohne Angst verschieden sein können.

Bruder Bär und Schwester Tomate sollten unsere Texte nicht lesen, weil wir uns – total diskriminierend – um Menschen kümmern. Kritik an kapitalistischer Benutzung von Mensch und Umwelt in Sachen Profit machen wir am Schaden für die Menschen und ihrer Erniedrigung fest.

Auch wenn der Adel die geileren Feten gefeiert hat, erfreuen sich vorkapitalistische Zustände bei uns nur geringer Sympathie. Nein, wir wollen keine Welt vor sich hinkrebsender Dorfgemeinschaften. Und zwar nicht bloß, weil wir wissen, daß mensch aus dem Kapitalismus nicht austreten kann. Andere Verhältnisse sind kein Selbstverwirklichungsprojekt.

Unsere Kritik am Kapitalismus ist auch nicht, daß einige Böse immer raffen, und die ehrlichen Mitmenschen immer schaffen. Den Antikapitalismus des linken Stammtischs, der überall böse Schmarotzer am Werk sieht, und überhaupt lauter Verschwörungen wittert, wird mensch hier nicht finden. Aber allerhand Argumente gegen diesen Dreck.

Übrigens stört uns nicht das gute Leben der Herrschenden. Sondern daß Schampus und Seide nicht für alle weltweit stinknormal sind, obwohl das möglich wäre.

Weil wir uns des öfteren auf Marx beziehen, ein paar Klarstellungen. Der Kapitalismus verschwindet keineswegs von selbst. Seine Krisen sind nichts anderes als Krisen der Verwertung; daß er hingegen die Autonomie der Menschen bricht und ihnen Leid zufügt, gehört seit eh und je zu seinen unvermeidbaren Nebenkosten. In der kapitalistischen Gesellschaft handelt ein politisches Personal als ‘Staat’, das kaum etwas anderes als das Wohl ihres ‘Volkes’ vor Augen hat – und deshalb ganz von sich aus allerhand macht, damit diese Gesellschaft funktioniert. Diese Emanzipation der Politik vom Einzelkapital ist Bedingung dafür, daß es überhaupt ein Kapitalverhältnis gibt. Langweilig ist es darum, aus den Konzernbilanzen das jeweilige Staatshandeln erklären zu wollen.

Auch jener soziologische Bilderbuchmarxismus mit seinen farbigen Klassen, Schichten und sozialen Gruppen, in dem es von “Kräfteverhältnissen” und “Interessen” nur so wimmelt, aus denen dann auch noch die richtige Strategie entspringen soll, ist bei uns nicht wohlgelitten. Und der weitverbreitete “Realismus”, der darin besteht, über die Sachen, die mensch will, nicht zu reden, und statt dessen ganz laut für eine Politik einzutreten – von der mensch eigentlich nichts hält – , weil sie das kleinere Übel sei, erregt bei uns nur verwundertes Kopfschütteln. Erfolg wollen wir nicht mit irgendwas, sondern mit einer bestimmten Kritik haben.

An der DDR und dem östlichen Staatenbündnis finden wir gerade mal gut, daß sie den Imperialismus ein bißchen behindert haben. Viel mehr Positives fällt uns zu den linksnationalistischen Arbeiterbeglückungsversuchen nicht ein. Vom Proletkult und anderem leninistisch-stalinistisch-trotzkistisch- maoistischen Mumpitz halten wir nichts. Liebeserklärungen an die ArbeiterInnen, “das Volk” oder “die kleinen Leute” wird mensch bei uns nicht finden. Der kumpelhafte Schulterschluß mit den Unterdrückten verstellt nämlich den Blick auf deren falsches Bewußtsein. Das aber gehört kritisiert. Gerade weil wir wissen, daß sie es sind, die überhaupt was ändern könnten.

Daß wir nur meckern und kritisieren hat seinen guten Grund. Irgendwelche Utopien sind überhaupt kein Argument gegen das, was wirklich ist. Und die “Einheit der Linken”, immer ein schönes Argument, warum Radikale die Klappe zu halten haben, geht uns nicht über alles. Sektiererisch ist übrigens, wer nicht mit uns zusammenarbeiten will, weil wir sie/ihn kritisiert haben – nicht wir, weil wir gegen das falsche Bewußtsein (nicht nur, aber eben auch) bei Linken agitieren.