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Nation und Nationalismus

Pegida - Auswuchs patriotischen Staatsbürgerbewusstseins

Datum: 
Dienstag, April 7, 2015 - 19:00

Seit Ende letzten Jahres versammelt sich in Dresden regelmäßig PEGIDA. Mit Deutschlandfahnen und das deutsche Volk lobende Reden treten sie an gegen die angebliche Islamisierung ihres hochgeschätzten Landes. Die öffentlichen Reaktionen sind zahlreich. Die Politik sieht das größte Problem darin, dass sich die Demonstranten vom erwünschten Meinungsspektrum verabschieden. Einerseits werden sie dann z.B.

Ort: 
Leibniz Universität
Schneiderberg 50 Raum V111
Hannover
Germany

Fortsetzung Briefwechsel Alt-Anarchist/gkn (Nationalismus und Rassismus anhand Pegida)

Im Folgenden die Fortsetzung unseres Dialogs mit einem Alt-Anarchisten. In unserem Beitrag thematisieren wir Nationalismus und Rassismus anhand von Zitaten von Pegida-Anhängern.

Leserbrief zum Text „Zur Psychologisierung von Nationalismus"

Der folgende Leserbrief wurde im Zuge der Veröffentlichung des Artikels "Zur Psychologisierung von Nationalismus" in der Oktoberausgabe der Zeitschrift gai-dao abgedruckt (dort findet sich auch ein Kommentar der Gaidao-Redaktion zu dem Leserbrief). Unten findet sich unsere Antwort.

Das falsche „Wir“ und die Juden, wie sie sich der Antisemit vorstellt: Antisemitismus und Nationalismus

Wer am 3. Oktober auf die Straße geht, um gegen das deutsche Nationalbewusstsein zu demonstrieren, der hält auch nichts von Rassismus und Antisemitismus. Das ist nicht nur eine Frage des Ausschlusses. Entgegen der herrschenden Vorstellung, bei der Nation handele es sich um eine gute Sache, ist schon der Einschluss in eine solche Gemeinschaft eine Brutalität gegen die, die ihr angehören. Der folgende Beitrag thematisiert, wie die Härten, die mit diesem nationalen Einschluss notwendig verbunden sind, geistig verarbeitet werden und sich dann gegen das Jüdische richten können, also warum der falsche „Ausschluss“ aus dem falschen Einschluss folgen kann.

Zur Psychologisierung von Nationalismus

Traurig aber wahr: die Welt ist voll von Nationalist_innen: Zeitungskommentare sind ein einziges Einfordern eines bestimmten Handelns der Regierung zum Wohle der Nation, offene und versteckte Gewalt aus nationalistischer Überzeugung gegen Migrant_innen ist alltäglich, Menschen opfern für die Gründung von Nationalstaaten ihr Leben und bei Sport-Weltmeisterschaften wird die Gelegenheit genutzt, das eigene Zwangskollektiv abzufeiern – und damit die knallharte und zerstörerische Konkurrenz zwischen den Ländern auf dieser Ebene selbstbewusst national-identitär weitergeführt. Gründe zum Kotzen und Verzweifeln gibt es also mehr als genug – und die Frage, warum so viele Leute mit nationalistischer Einstellung herumlaufen, liegt nahe. In diesem Artikel sollen zwei Antworten, die sich auf die Psychologie richten, kritisiert werden.

Die Nation: Ideologie als materielle Gewalt und permanente Mobilmachung

Der nationale Diskurs einer bürgerlichen Demokratie stellt sich als eine Aneinanderreihung von Kampagnen dar. Es wird gefahndet und gehetzt, mobilisiert und verfolgt. Es geht gegen faule Arbeitslose und gierige Bankster, gegen nicht integrierbare Migranten, spaltende Kommunisten verbrecherische Zigeuner, raffende Juden, korrupte Politiker und all die anderen Figuren1, die sich Nationalisten von ihrem Fahndungsstandpunkt nach Sündern am Allgemeinwohl aus erfinden.

Die Nation ist eine permanente Mobilmachung, weil sich die objektiven Zwänge von Staat und Kapital als gefestigter Sozialcharakter ins Bewusstsein der Einzelnen übersetzt haben. Somit ist der Nationalismus als Idee, die die Massen ergriffen hat, als Nation selbst eine materielle Gewalt.

Kritik an der Weltmeisterschaft des Nationalismus

Wenn im Sport die besten Spieler aus den besten Mannschaften in einer speziellen Auswahl neu zusammengestellt werden und gegeneinander antreten, verspricht das für die Interessierten meist spannend zu werden. Man kann sich zurücklehnen und das sportliche Kunstwerk angucken oder sich entscheiden irgendwie Partei für eine der Mannschaften zu ergreifen.

Sensationelle Erkenntnisse der Ersten-Weltkriegs-Forschung:

 

Deutsche Großmachtpolitik geht voll in Ordnung!

Deutschland tut sich schwer“ – wenn ein Artikel1 schon so anfängt, dann lässt sich erahnen, was folgen wird. 1. Geht es hier um das Kollektivsubjekt „Deutschland“, und mensch kann eine Wette darauf machen, dass nähere Auskünfte, welche staatliche Institutionen oder wie viele und welche der 80 Millionen Passinhaber_innen hier nun genau gemeint sind, unterbleiben werden. Gemeint ist das „nationale Wir“, und dass es nicht so adressiert wird, hat seinen guten, schlechten Grund darin, dass die Autor/innen zwar irgendwie schon dazugehören, aber nun mal ganz sachlich und von außerhalb ihrem nationalen Kollektiv ein paar Sachen sagen wollen. Dabei auf die eigene Zugehörigkeit und Parteinahme für die eigene Nation hinzuweisen, wäre der pseudosachlichen Attitüde abträglich.

Kittens #3

 

Die vierte Ausgabe von Kittens - der englischsprachigen Zeitung von Junge Linke gegen Kapital und Nation - ist fertig und hier als PDF erhältlich.

Zur Kritik der Ideologie und Praxis der Roten Khmer

„Wenn wir Reis haben, können wir alles haben“ 1

 

1. Die Roten Khmer sind heute ein Synonym für den Terror „des“ Kommunismus geworden. Wo immer jemand heute für eine andere Gesellschaft plädiert, ist neben Stasi &Mauer, Stalin & Gulag auch Pol Pot und sein angeblicher „Steinzeitkommunismus“ als Gegen“argument“ im Gebrauch, das zeigen soll, was passiert, wenn Leute radikale Gesellschaftsveränderung anstreben.