Er war immer „bereit zu kämpfen“ in seinem aufopferungsvollen Einsatz für die deutsche Republik. Doch nun hat er die Grenzen seiner Kräfte erreicht und bittet um Rücktritt vom Amt des Verteidigungsministers. Auch die Bundeskanzlerin Merkel und Seehofer sind „erschüttert“ und danken „Karl-Theodor zu Guttenberg für seinen Dienst für unser Land von ganzem Herzen“. „Unser“ Karl-Theodor, der „die Herzen der Menschen“ im Lande erreicht, sie also auf ganz persönliche Art für all die angeordneten Themen politisiert und interessiert hat. Da konnte jeder Deutscher wissen: Bei ihm liegt „unser aller“, also auch mein Schicksal, in den richtigen Händen. Und manchmal ist ein Deutscher dann auch enttäuscht über den Rücktritt: „Schade, er war mir sympathisch.“ Was eine treffende Charakterisierung demokratischer Politiker zu sein scheint: Sie werden nach persönlichem Geschmack beurteilt statt zu fragen, was sie eigentlich mit der korrekten Ausführung ihres Amts so alles anstellen, was entgegen der beständigen Nörgelei über „die da oben" der Regelfall ist.
Die Wissensseite der Süddeutschen Zeitung ist berühmt-berüchtigt für die absurdesten Meldungen aus der Welt der Wissenschaft. Neben dem Hypen biologistischer Erklärungen für menschliches Handeln, finden sich auch immer wieder „Ergebnisse“ aus Versuchsanordnungen der Psychologen, die einen in Erstaunen versetzen.
Bis vor ein paar Jahren konnte praktisch jeder in beliebiger Unis reinspazieren, Vorlesungen besuchen, in der Mensa essen etc. Daß es innerhalb oder vor der Hochschule keine Einlaßsperren, Türhüter oder dergleichen gab war nie als besondere Freiheit gelobt oder überhaupt erwähnt worden. Kein Wunder, denn zu etwas anderem als zum - mehr oder weniger zielstrebigen - Erreichen eines Abschlusses waren Hochschulen kaum jemals zu gebrauchen, waren sie doch nie berühmt dafür, ihren Bewohnern einen üppigen Lebensstil zu bieten. Und nur wer die Selektionsschranke der Hochschulzulassung überwunden hatte, war zur Teilnahme am Wettlauf um den Abschluß überhaupt zugelassen.
Die bürgerliche Schule wird i. d. R. als gegeben, normal und selbstverständlich hingenommen, ja sogar in höchsten Tönen gelobt. Dieser Text soll klären, dass die staatliche Schule der bürgerlichen Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit ist.
"Bildung für alle" heißt das Bildungsprogramm der Bundesregierung und bedeutet, dass besser ausgebildetes Personal für die nationale Wirtschaft bereitgestellt werden soll. Bildung war noch nie der Zweck dieses Schulwesens. Sie ist Mittel zur Ausbildung von tauglichen SchülerInnen für die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.
Studenten und solche, die es mal werden wollen, demonstrierten im Wintersemester 1998/99 gegen die geplante Einführung von Studiengebühren in Niedersachsen. Zunächst sollten 100,- pro Semester erhoben werden, die das Etikett 'Einschreibgebühren' bekommen haben, damit nicht der Anschein entsteht, die Studenten sollten ihr Studium bezahlen.