An Krisenereignissen der relativ neuen Art hat man in den letzten drei Jahren einiges mitbekommen. Da gibt es eine Krise bei Finanzprodukten, die angeblich die Banker selber nicht verstehen. Dann gibt es eine weltweite Bankenkrise. Darauf folgt eine Krise in der Automobilwirtschaft und sowieso eine gesamtwirtschaftliche Krise. Zwischendurch sind auch schon immer wieder Staaten kurz vor dem Staatsbankrott gewesen und mussten Hilfegesuche an den IWF stellen. In jüngster Zeit war zunächst ein Mitgliedsstaat der Euro-Zone in Bedrängnis geraten - Griechenland- aber mittlerweile sind es mehr geworden, u.a. Spanien. Gegen Griechenland ist in dieser Phase eine richtige Hetzkampagne in den deutschen Medien losgetreten worden. Einen Auszug davon, der berüchtigte Brief der BILD-Zeitung an den Ministerpräsidenten Griechenlands, soll hier stellvertretend kritisiert werden.
Die Wissensseite der Süddeutschen Zeitung ist berühmt-berüchtigt für die absurdesten Meldungen aus der Welt der Wissenschaft. Neben dem Hypen biologistischer Erklärungen für menschliches Handeln, finden sich auch immer wieder „Ergebnisse“ aus Versuchsanordnungen der Psychologen, die einen in Erstaunen versetzen.
Ein faktenmäßiger Rückblick
2007 bricht weltweit der Handel mit einer besonderen Art von Wertpapieren zusammen (verbriefte Kredite).
Nach und nach stellt sich raus, dass so ziemlich alle wichtigen Finanzinstitute weltweit in der einen oder anderen Weise in diesem Handel engagiert waren und Probleme bekommen. An den Börsen geraten daraufhin zunächst Bankenaktien unter Druck. Anfang 2008 weitet sich der Wertverfall bei Wertpapieren auf die Aktienmärkte insgesamt aus. Schon 2007/Anfang 2008 geraten einzelne Institute ins Straucheln und die Staaten beginnen den Finanzsektor mit umfangreichen Finanzspritzen zu unterstützen. Mit den staatlichen Geldern wird der Abwärtsstrudel nicht behoben. Im Sommer/Herbst 2008 droht eine renommierte Bank nach der anderen zusammenzuklappen und die umfangreichste Finanzkrise seit 80 Jahren ist unterwegs. Innerhalb der Staaten und untereinander wird darum gestritten, wie dem Finanzsektor unter die Arme gegriffen werden soll und mit Island und Ungarn hatte man die ersten Übergänge in einen Staatsbankrott. Eine allgemeine Wirtschaftskrise, vor allem im Automobilsektor, gesellt sich hinzu. Das Krisenmanagement der Staaten bestimmt die Nachrichten und öfters hört man, dass das eine Rettungsprogramm auf Kosten der anderen Nation geht, was sowohl neuen Stoff für Streitigkeiten als auch abgestimmte Programme bringt.
Die Erklärungsangebote in der Öffentlichkeit und der Anspruch dieses Textes
Eine fast lustig anmutende Erklärung der Krise geht ungefähr so: In den USA wurden viele Kredite an arme Menschen vergeben, die sich damit ein Haus gebaut haben. Weil die armen Menschen aus verschiedensten Gründen die Zinsen nicht mehr zahlen konnten, gibt es eine weltweite Finanzkrise.
Das "bedingungslose Grundeinkommen" findet in jeder Partei von CDU, FDP, den Grünen, bis hin zur Linkspartei und in der außerparlamentarischen Linken Unterstützer. Das alleine könnte schon stutzig machen.
Nach einer Darstellung der neuesten "sozialen Möglichkeiten" - auf die Gesellschaft bezogenes Instrumentarium - des deutschen Staates folgt die Darstellung dieses Zusammenhangs. Warum die Montagsopposition gegen Hartz IV bestenfalls nichts taugt, folgt abschließend.
Mit der Agenda 2010 ist die x-te polititische Initiative unterwegs, die darauf aus ist, den Lohn in Deutschland zu senken. Sozialversicherungsleistungen für die Arbeitnehmer werden gekürzt und/oder auf Versicherungen oder Barzahlungen umgeschichtet, die der Arbeiter dann aus seiner eigenen Tasche bezahlen kann. Noch jede Lohnforderung der Gewerkschaften wird als Anmaßung kritisiert, obwohl bei den Vertragsabschlüssen nicht einmal ein Inflationsausgleich herauskommt. Und glaubt man der Agenda 2010, sind Flächentarifverträge ein einziges Hindernis für die aktuellen Probleme von Deutschland.
Anfang der Neunziger Jahre noch ein Begriff in den Feuilletons, ist Globalisierung mittlerweile eine Erklärung für fast alles: für Lohnsenkung, Sozialabbau, Arbeitslosigkeit, weltweite Armut und Krisen in den Schwellenländern. Für die gestiegenen Ansprüche an die Menschen, die früher noch Arbeiter oder Angestellte, heute aber Arbeitskraftunternehmer heißen, die lebenslang lernen und flexibel sein sollen. Die Globalisierung ist Anlaß für das Entstehen einer vermeintlich kapitalismuskritischen Bewegung, die dabei tatsächlich nicht keinen Kapitalismus will, sondern glaubt, es könnte einen demokratisch gezähmten Kapitalismus geben.
Grundlage jeder Gesellschaftskritik ist die Beantwortung der Frage, welches die Prinzipien der betrachteten Gesellschaft sind. Die Grundlage einer Kapitalismuskritik ist dementsprechend die Untersuchung der Funktionsweise des Kapitalismus. Diese Untersuchung entscheidet darüber, worauf Erscheinungen wie Armut, Erwerbslosigkeit, Umweltverschmutzung und "Bildungsabbau", Erscheinungen, an denen fast jeder etwas auszusetzen hat, zurückzuführen sind: auf Charaktermängel und Fehlentscheidungen von Politikern oder auf die Grundlagen der kapitalistischen Gesellschaft, die sich selbst dann durchsetzen, wenn ehrenwerte Staatenlenker nur "das Beste" wollen und tun. (Über die Kontakt-Adresse oder das Kontakt-Formular kostenlos zu bestellen)